Bericht von Tony

Ford B, 1932, 3 Window Coupe, Hot Rod


Zur Entstehung meines Rod Kaufes.

Nachdem ich lange Jahre im Besitz eines wunderschönen `58 Caddy war, der auch heute noch auf jedem Street Plakat zu sehen ist, kam der Zeitpunkt entweder wieder eine Restaurierung in Angriff zu nehmen oder zu verkaufen.
Als Jurymitglied auf den Street Nats bekommt man natürlich eine Menge wunderschöne US Cars zu sehen und so blieben im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr die Street Rods in meinem Schädel Hängen. Da sich Ändy Hajenski sehr gut mit Hot Rods auskennt (er baute sich ja schon einen) bat ich ihn, sich mal ungezwungen ein bißchen umzusehen. So hatte ich Zeit mich von meinen anderen US Cars zu trennen `49 Caddy und `57 Buick (die Kohle brauchte ich ja sowieso zwecks ev. `58 Restaurierung) und mich ein wenig nebenbei mit Rods zu beschäftigen. Als im Mai 97 die Street Nats in Berlin waren, kam Perry mit einem 34 Street Rod in Froschgrün und wer Perry kennt weiß das er nie lange etwas behält (außer vielleicht seiner Frau) und er bot den Rod für 35 Scheine an. Da ich natürlich zu lange gewartet hatte und mein Caddy ja noch da war, verkaufte Perry den Rod anderweitig.


Es verging wieder ein Jahr ( der Caddy war wegen Eigenheimerwerb und viel Arbeit immer noch im Altzustand) bis ich mich entschloß einige Vorkehrungen für die Restaurierungen zu treffen. Aber wie es immer dann so ist kommt alles ganz anders.
Ändy rief mich an und meinte das er auf dem Meeting in Wien einen Wunderschönen und sehr gut gebauten `32 Ford 3 Window Coupe mit Blower gesehen hat. Der genau meinen Vorstellungen entsprach und für Relativ wenig Geld zu haben war. Ändy erzählte mir noch das der Besitzer schon länger versucht den Rod zu verkaufen und ich stöberte darauf hin alte Street Hefte durch. (Soll man ja auch nicht wegschmeißen.) Es dauerte nicht lange bis ich besagtes fand aber für einen viel höheren Preis und so älter die Hefte wurden desto Höher war der Preis. (Sollte da etwa jemand Geld brauchen?) Nach einigen Telefonaten mit dem Besitzer machte ich mit ihm ein Besichtigungstermin aus. Am besagten Tag holte ich für Fachmännischen Rat noch Ändy ab,
und wir fuhren nach München wo der Rod seid drei Jahren stand. Zu erwähnen ist auch
das ich ne menge Bargeld bei mir hatte weil ich hoffte, daß wenn ich mit den Scheinen wedel, er noch ein paar Tausender runtergeht. (Sollte sich als Irrtum herausstellen)
Na gut endlich in München angekommen, konnte ich es kaum noch abwarten bis sich die Garagentür öffnete. Buum da isses passiert gesehen verliebt und doch noch nicht gleich gekauft. Aber der Rod war wirklich super gebaut und entsprach meinen Vorstellungen. Dazu kam noch das nur beste Teile verbaut worden sind. Wenn man sich verliebt hat egal ob Frau oder Rod ist es schwer realistisch zu denken.


Aber glücklicherweise hatte ich ja Ändy dabei so das ich mit ihm die Fakten durchgehen konnte. Fakt war das mir anfangs der Rechtslenkung und die Farbe der Innenausstattung überhaupt nicht gefiel und der Motor zwar durch den Blower Super gut zur Geltung kam.
Aber ich wollte ja die Treffen unbedingt auf eigener Achse anfahren. Es gibt zwar einige Blower Motoren die keine Thermischen Probleme haben aber der Rod gehörte leider nicht dazu. Hinzu kam noch das der Besitzer überhaupt keine Unterlagen über den Bau des Motors hatte, was ja bei einem Blower Motor (darf ZB. nicht hoch verdichtet sein) nicht ganz unwesentlich ist. Sonst könnte der Motor beim ersten mal richtig Gas geben gleich platzen. Das wollte ich ja nicht unbedingt.
Also Rechtslenkung umbauen (nicht wegen des Fahrens sondern wegen des Images) Sitze
färben und eine Lösung finden wegen der Thermischen Probleme.
Nach zähem verhandeln und einer kurzen Probefahrt konnten wir uns leider nicht einigen.
Es scheiterte an ein paar Tausendern die mir leider fehlte. Schweren Herzens fuhren wir wieder nach Hause, noch auf dem Rückweg kam Ändy auf die Idee den Rod ohne Motor zu kaufen, dann wäre der Rod um einiges günstiger und ich könnte mir einen relativ Normalen
`350 einbauen. Vor allen dingen, käme ich auch ohne den Caddy Hals über Kopf zu verkaufen erst einmal mit meiner Kohle hin. Wieder zu Hause angekommen unterbreitete ich dem Rod Besitzer meinen Vorschlag und man mag es kaum glauben er hatte auch jemand der ihm den Motor für 12000,- DM abkaufte. Also, noch mal 12000 scheine runter gerechnet und den Rod gekauft. Der Rest ist schnell erklärt wir einigten uns darauf das der Rod bei Ändy in die Halle gebracht wird wo wir dann gemeinsam den Motor ausbauten. (Wegen eventueller Beschädigungen) Ich einigte mich mit Ändy das der Rod so lange bei ihm in der Halle bleiben kann bis ich meinen Caddy verkauft habe. In der Zwischenzeit konnte Ändy den neuen Motor einbauen und noch ein paar andere Dinge erledigen. Meinen Caddy zu verkaufen erwies sich sehr einfach, als ich einem bekannten erzählte das ich den Caddy verkaufen wollte sagte er und seine Frau: In dem Caddy haben wir Geheiratet, in dem Caddy möchten wir auch weiterhin fahren und kauften ihn mir ab. Ja Leute so müßte es immer gehen was? Leider hat er aber mit Wagen nicht so viel Glück. (Motorprobleme) Ändy hatte gute Arbeit geleistet und ich konnte mich mit dem Rod schon sehen lassen, aber ich hatte ja noch Geld über und das sollte im geplanten USA Urlaub für ein paar Teile draufgehen. Euch kann ich es ja erzählen,
ich hatte 4000 Dollar für Teile zu Verfügung, aber irgendwie geriet ich in einen Teilekaufrausch und aus der 4 wurde eine 8 oje aber egal wird schon wieder mit dem Konto.


Da ich einige Teile doppelt kaufte teils aus Lust ( Polierte Alu Wasserpumpe 75 Dollar) teils
Aus Frust in Form von eigener Blödheit (dazu gleich mehr) hoffte ich hier wieder ein paar Sachen zu verkaufen. Na gut, jetzt zur Blödheit, da ich mir unbedingt ein gesperrtes Differential mit einer Achsübersetzung von 4,11:1 von Currie Enterprises (Anaheim Californien) mitbringen wollte hätte ich natürlich die Anzahl der Zähne meiner Steckachse wissen müssen, wußte ich aber nicht und so kaufte ich halt zwei. Mit der Hoffnung das eins paßt. (Stückpreis 1800,- Dollar ohne Fracht und Zoll!) Na gut mittlerweile habe ich die Teile alle verbaut die zweite Übersetzung mit Sperre habe ich ohne Verlust verkauft und mein Konto hat sich auch schon wieder erholt. Die Street Nats sind jetzt fast vorbei und ich hatte außer ein paar Kleinigkeiten (Motorschaden, Elektrikprobleme und noch ein paar Späßchen) viel Spaß. Und das der Rod nicht nur verdammt gut aussieht, sondern auch ziemlich schnell ist haben die Zuschauer in Magdeburg gesehen als ich unter anderen die Blues Rodders mit ihrem `34 Ford mit Chevy Big Block Blower Motor und Ändy mit seinem `55 Chevy ebenfalls Big Block verblasen habe. Das liegt halt am geringen Gewicht des Rods. OK bis zum nächsten Jahr bei den Street Nats!

 

Technischen Daten:


Motor :
`79 Chevy 350 CUI V8 mit Alu-Köpfen, 302° Grad Nockenwelle, 750 Holley Verg. ,7546 Weiand Spinne, und Fire Ball HI-6 Zündanlage. Kurbelwelle und Kolben sind bis zum Winter noch Original.

Getriebe:
Verstärktes GM TH 350 mit B&M Shiftkit und Torkmaster 3000 Wandler.

Aufbau und Fahrwerk:
Karosserie: GFK Rodshop (England) Lack: Porsche Vorderachse: Super Bell 4“ dropped Verchromt. Bremsen: Ford Granada. Hinterachse: Currie 9“ Ford. Achsuntersetzung 4,11:1 Gesperrt. Felgen: American Racing Auspuff komp. VA. Anhängerkupplung: Eigenbau Andy Hajenski
Viele Kleinigkeiten wie ZB Lichtmaschinenhalter, Zündkabelführung, Schalttafel, Spiegelbügel
Und vieles mehr sind aus Alu selbst gebaut und Poliert. ( Schweine Arbeit)
Anmerkung: Zündkabelführung habe ich 3 mal gebaut, bin aber immer noch nicht zufrieden.
Lichtmaschienenhalter, auch 3 Anläufe, sieht gut aus und funktioniert sehr gut.

Was passiert im Winter? Ein und Auslässe Polieren, Schmiede Kolben, neuer Teppich und viele Kleinigkeiten.


Gruß Tony

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