Bericht von Martin

Mercedes Museum in Stuttgart

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In den 1960er Jahren ging für viele Deutsche der Traum vom eigenen Automobil in Erfüllung. 1960 verkehrten auf den deutschen Straßen erstmals mehr Privatautos als Firmenwagen. 1961 rollt der fünfmillionste Käfer vom Band. Im Jahr darauf pendelte jeder 3. Arbeitnehmer mit dem Pkw zwischen Arbeitsplatz und Wohnort hin und her. Autofahren und Autopflege werden außerdem zum Freizeitspaß. Um der steigenden Verkehrsdichte Herr zu werden, bauen Bund und Länder neue Straßen.

 

Der 230 SL ist der wohl weltweit erste Sportwagen mit stabiler Fahrgastzelle und Knautschzonen. Eines seiner herausragenden Merkmale ist die besonders stabile, nach innen gewölbte Form des abnehmbaren Daches. Im Volksmund wird der Typ 230 SL bald nur noch "Pagode" genannt, weil sein Hardtop an die Dachform der gleichnamigen asiatischen Tempel erinnert.

1964 Mercedes-Benz 230 SL: 6 Zylinder, 2306 ccm, 150 PS (110 kW) bei 5500 U/min,Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, Produktionszeitraum 1963 - 1967, produzierte Stückzahl: 19.831

 

Der Mercedes-Benz 220 S und seine Schwestermodelle 220 und 220 SE sind die weltweit ersten Serienfahrzeuge mit der von Béla Barényi patentierten Sicherheitskarosserie. Diese zeichnet sich durch Knautschzonen vorne und hinten und eine besonders stabile Fahrgastzelle aus. Ihren Beinamen "Heckflosse" verdankt diese Modellreihe den Peilstegen rechts und links des Kofferraums.

1964 Mercedes-Benz 220 S: 6 Zylinder 2195 ccm, 110 PS (81 kW) bei 5000 U/min, Höchstgeschwindigkeit 165 km/h, Produktionszeitraum: 1959 - 1965, produzierte Stückzahlen: 161.119

 

Der Mercedes-Benz Messwagen ist ein Einzelstück der Versuchsabteilung. Er ist mit den großen und schweren Messgeräten ausgerüstet, die bei Testfahrten die Messwwerte der Versuchsfahrzeuge aufzeichnen. Die Datenübertragung erfolgt über ein langes Kabel, das die Sensoren im Testfahrzeug mit den Instrumenten im Messwagen verbindet.

1960 Mercedes-Benz 300 Messwagen: 6 Zylinder, 2996 ccm, 160 PS (118 kW) bei 5300 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 165 km/h, Produktionsdatum: 1960, produzierte Stückzahl: 1

 

Inzwischen sind wir schon seit vielen Stunden im Mercedes-Museum, und waren sogar zwischendurch auch schon im Restaurant im Erdgeschoß um Hunger und Durst zu stillen. Nachdem wir auch in der Galerie der Namen...... und der Galerie der Helden gewesen sind, festigt sich unsere Meinung, dass wir uns echt etwas mehr beeilen sollten, wenn wir alle Abteilungen zumindest einmal gesehen haben wollen, bevor das Museum schließt. (Und da wußten wir schon längst, dass es an dem Tag länger auf hat als sonst). Dabei haben wir längst nicht bei allen ausgestellten Exponaten die akustischen Zusatzinformation über Kopfhörer abgerufen.

 

Von Ferdinand Porsche konstruiert, mit dem Flugmotor DB 603 ausgerüstet, 3000 PS stark: der T 80 soll das schnellste Landfahrzeug sein, was die Welt auf vier Rädern betrifft. Zumindest 1940. Mit 600 km/h soll der T 80 Anfang 1940 über die Autobahn zwischen Dessau und Halle rasen. Fahrer sollte der damals sehr bekannte Rennfahrer Hans Stuck (1900 - 1978) sein. Ja, er bekam 1951 einen Sohn (Hans Joachim) der später ebenfalls als Rennfahrer bekannt wurde. Durch seinen Vater konnte Hans Joachim schon früh Erfahrungen im Rennsport sammeln. Der Ausbruch des zweiten Weltkriegs verhindert die Fertigstellung des T 80, sodass dieses Fahrzeug nie zum Einsatz kam.

1939 Mercedes-Benz Weltrekordwagen T 80: V 12 Motor mit 44.522 ccm, 3000 PS (2206 kW) bei 3200 U/min, geplante Höchstgeschwindigkeit: 600 km/h, Länge über 8 Meter, 3 Achsen, Gewicht: 2896 kg

 

Das sind keine Modelle, sondern richtige Autos

 

In den 1930er Jahren entwickelte Mercedes-Benz spezielle Geländesport-Zweisitzer wie den Typ 230 S. Den oben gezeigten Wagen fuhr ein Team der Deutschen Reichspost bei der Brandenburgischen Geländefahrt 1939. Die Post, die bei den populären Geländesportrennen der 1930er Jahre erfolgreich war, nutzte die Veranstaltungen als Werbung für ihren Kraftpostdienst, die Personen- und Postbeförderung mit Omnibussen.

1939 Mercedes-Benz 230 S Geländesportwagen, 6 Zylinder, 2291 ccm, 55 PS (40 kW) bei 3500 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

 

Der Mercedes-Benz Formel 1 Rennwagen von 1954/55 hat einen Gitterrohrrahmen, in den ein 8 Zylinder Reihenmotor stark geneigt eingebaut ist. Typisch für die Variante von 1955 sind die geraden Ansaugrohre und das hochliegende Staurohr, das die Ausbuchtung auf der rechten Seite der Haube notwendig macht. Im Wagenheck befindet sich der bis zu 220 Liter fassende Kraftstofftank.

1955 Mercedes-Benz 2,5 Liter Rennwagen W 196 R: 8 Zylinder, 2497 ccm, 290 PS (213 kW) bei 8500 U/min, Höchstgeschwindigkeit 275 km/h

 

Moderne Formel 1 Rennwagen bestehen aus einem sogenannten Monocoque, einer selbsttragenden, hochstabilen Zelle aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff, die mit dem Motor und dem Getriebe eine Einheit bildet. Sie ist nicht nur leichter, sondern auch wesentlich sicherer als frühere Konstruktionen. McLaren war eines der ersten Teams, das diese Technik in den 1980er Jahren in der Formel 1 einführte.

1999 McLaren Mercedes Formel 1 Rennwagen MP4-14: 10 Zylinder V Motor, 2998 ccm, 810 PS (596 kW) bei 17700 U/min, Höchstgeschwindigkeit 354 km/h

 

 

Auf der IAA 1969 in Frankfurt präsentierte Mercedes-Benz den C111. Mit seiner keilförmigen Kunststoff-Karosserie, den Flügeltüren und dem Wankelmotor begeistert das "rollende Versuchslabor" die Besucher. Einige Kunden wollen den C111 sofort kaufen und legen Blankoschecks vor. Vergebens, der C111 bleibt ein reines Experimentalfahrzeug. Dieses Exemplar ist die weiterentwickelte Version von 1970.

1970 Mercedes-Benz C111, 4 Scheiben-Wankelmotor, 2400 ccm Kammervolumen, 350 PS (257 kW) bei 7000 U/min

 

Auf der Tokyo Motor Show 2001 präsentiert Mercedes-Benz den F400 Carving. Er dient der Erprobung neuer Fahrdynamiksysteme und nutzt dafür die aktive Sturzverstellung. Mit dieser neuen Technik kann der F 400 seine kurvenäußeren Räder um bis zu 20 Grad neigen. So entsteht sein Beiname "Carving", der von den sportlichen "Carvern" auf der Skipiste herrührt.

2001 Mercedes-Benz F400 Carving: 6 Zylinder V-Motor, 3199 ccm, 218 PS (160 kW) bei 5700 U/min

 

Bernie
Ich (Martin)

 

Wir verabschieden uns vom Mercedes-Benz-Muesum in Stuttgart. Es war sehr interressant. Obwohl die an dem Tag länger auf hatten als sonst (und als wir vorher dachten), haben wir nicht von allen ausgestellten Exponaten alle Informationen abrufen können. So umfangreich ist es. Was auch noch gut war: Es war überhaupt nicht voll an dem Tag. Es ist ja überaus lästig, wenn permant Gedränge herscht, und einem die Leute dauert ins Bild laufen, wenn man mal ein Foto machen möchte. Das es dort immer so prima leer da ist, ist aber nicht anzuehmen. Wir hatten also wohl ziemliches Glück. Für Infos Öffnungszeiten und Eintrittspreise betreffend: bitte direkt auf die Seite vom Mercedes-Museum gehen. Da findet man sicher immer den aktuellsten Stand.

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Galerie der Reisen
(1885 - 1909)
(1922 - 1960)
(1960 - 2001)
 
Galerie der Lasten
   
(inkl. Rennwagen)
 
Galerie der Helfer
       
Galerie der Namen
       
Galerie der Helden

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