Bericht von Jerry

Hemsby #30, Mai 2003

Eigentlich wollte ich ja gar nicht mit, aber wie ich nun mal bin, konnte ich es schon im Vorfeld nicht verknusen, wenn Harald wieder einmal eine "geile" Veranstaltung vor mir besucht, und ich immer einen hinterher hänge, so wie es beim Big Power Meet in Västerås ist.
Nun Gut, also in die Planung für das ganze eingestiegen und wie sollte es sein, ich wurde dann zum Hauptorganisator befördert.
Also habe ich mir aus dem Internet und von Jürgen die nötigen Infos zusammen gesammelt und die Buchung für 9 Personen in Hemsby und für 12 Personen auf der Fähre klar gemacht.
Naja, es kam wie es kommen mußte, schon fiel die erste Mitreisende aus dem Rennen und wir fanden keinen Ersatz. Die Fähre sollte aber um einiges teurer werden, wenn wir nicht mit zwölf Personen fahren. Also wurde beschlossen, dass wir eine Umlage der Passage auf alle anderen machen. Kurze Zeit später fielen dann Therry, Jörn und Mark aus der Buchung heraus, so dass wir auf einmal nur noch acht waren. Ist ja wie bei den Jägermeistern dachte ich mir...

Oh, es ist Abreisetag und wir haben keine weiteren Verluste zu vermelden und es konnte losgehen.
In Großburgwedel auf die Autobahn und in Mellendorf (ca. 20km) hatten wir dann schon die erste Panne, Jürgen sein Vergaser (vielmehr der seines Chevys) wollte dem Tempo nicht gerecht werden und versagte kurzerhand den Dienst. Während ich mit meinem Opel auf den Parkplatz rollte bemerkte ich einen Geruch der nach auflösender Kupplung oder Bremse roch. Da ich aber gerade das einzige Fahrzeug in der Nähe war, wo dieser Gestank herkommen könnte, gingen bei mir gleich die Paniklampen an.
Nach kurzer Suche stellte sich heraus, dass das Handbremsseil irgendwo eingeklemmt war und die Hinterradbremse betätigte. Auch dieser Schaden wurde behoben und mit gedrosseltem Tempo (so um die 80km/h) ging es dann nach Cuxhaven zur Fähre.
In Cuxhaven trafen wir dann mit einigen anderen Hemsby - Reisenden zusammen, die auch die Fähre nach Harwich gewählt hatten. Die Hamburger und die Gifhorner warteten bereits an der Kaimauer als wir eintrafen.
Die Nacht auf der Fähre war nicht wirklich erholsam. Mit wenig Schlaf ging die Nacht zu schnell vorbei und dafür wurde das Frühstück bis zum Anlegen der Fähre ausgedehnt.


In England angekommen hieß es erstmal, sich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Gleich im ersten Kreisel hätte ich 'nen Crash gebaut, weil ich nach links schaute und nicht nach rechts, von wo das Auto kam...
Nach gut drei Stunden Autofahrt kamen wir dann in Hemsby an und belegten dort unsere Chalets im "Beach-Camp" Die Häuschen sind recht klein aber gemütlich ausgestattet, außer einer Kaffeemaschine fehlte eigentlich nix.
Auspacken und die Gegend erkunden: Harald setze sich auf den Kofferdeckel und ich cruiste erstmal durch das Beach-Camp. Es fing gut an, sehr geile Hot Rods und Custom Cars gab es zu sehen, aber auch ein paar Originale alte Autos.

Am Donnerstagabend, den Abend unserer Ankunft ging es denn auch gleich mit Live Musik los, aber auch die Record Hops waren nicht von schlechten Eltern!
Am Freitag dann, ging es schon um 12:00h mittags mit Record Hop von DJ Blip Blop los, der uns ja aus dem Heartbreak Hotel in Hannover gut bekannt ist!
Außen um die Mainhall, in der das meiste dieser Veranstaltung stattfindet, sammelten sich in der Zwischenzeit eine Menge cooler Rods und Custom Cars. Ich persönlich hätte gerne mehr davon gesehen, aber leider mußte ich darauf verzichten. Es ist ja immerhin ein Musikveranstaltung zu der auch Autos kommen und nicht umgekehrt!!
Der Freitag verging und die Jungs von den Backfires legten auf dem Chalet erstmal los und überzeugten die Nachbarschaft, wie gut sie mit Mikrofon und Instrumenten umgehen können.

Am Samstag wurde zur "Beach-Party" geladen und die meisten Car-Driver lenkten ihre Fahrzeuge zum Strand runter wo auf einem Schotterparkplatz ein cooles Car-Meeting stattfand. Neben diesen Platz befindet sich ein weiterer Schotterplatz auf dem einige Jungs erstmal ihre Kisten richtig gehen lassen haben.

Bei nem 59er Dodge Custom hielt die Windschutzscheibe das Bombardement aus Kieselsteinen nicht stand und zerbarst. Glücklicherweise ist sonst weiter nicht passiert.


Leider musste ich aber schon wieder um zwei Uhr weg, da ich mich für den angebotenen Jive-Kurs interessierte. Für 5 brit. Pfund sollte einem hier das Tanzen zumindest soweit vermittelt werden, dass man am Abend schon damit aufs Parkett gehen sollte. Na, schauen wir mal.


Es waren vier anstrengende Stunden, aber ich denke, gelohnt hat es sich. Auf die Tanzfläche habe ich mich aber dennoch nicht getraut, etwas zu feige war ich ja doch!
Aber gut, am Sonntag sollte es ja eine Fortsetzung des Kurses geben. Für fünf weitere Pfund bekam man dann Aufbaukurs. Uhihui, das Tempo geht aber rasch vorwärts. Irgendwann kam ich nicht mehr mit, da mein Englisch ebenso wie meine Tanzkünste zu wünschen übrig lassen...
Aber auch diese vier Stunden habe ich dank Heidi gut gemeistert, Sie hat mich gut Unterstützt und mich motiviert, nicht den Kurs abzubrechen.


Gegen 20.00h schaffte ich es denn endlich, eine Band hier anzuschauen. Bisher waren es immer nur kurze Hörproben gewesen und bin dann beim Record Hop in nem anderen Saal hängen geblieben. Die Mischief! aus den Niederlanden überzeugten mit 'ner prima Bühneshow und nem Superprogramm. Wie nicht anders erwartet!
Dann ging es auch schon wieder zum Chalet und es hieß die Koffer packen! Wie das so ist, man verquatscht sich und schon sitzt man bis um vier wach, und um achte wollte man ja schon wieder aufstehen um das Chalet zu reinigen und das Auto zu packen.
Gähn! Mal wieder eine kurze Nacht! Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal richtig gut gepooft hatte...
Gegen Vormittag dann los nach Harwich und in der Nähe des Hafens dann noch mal die letzten Pfunde in Cola mit Vanillearoma investiert und ab auf die Fähre!
Da die Fähre ja mit Übernachtung ist, gibt es auf dem Schiff ein Entertainmentprogramm. Dieses sprach die anwesenden Rock'n'Roller aber gar nicht an, so dass kurzerhand der Cruise Manager dazu überredet wurde, die Backfires in das Programm einzuflechten. Gegen Mitternacht durften dann die Jungs richtig loslegen! Die anwesenden Dänen, Schweden und deutschen Rock'n'Roller feierten eine richtige Party, alle anderen Gäste fanden es wohl eher merkwürdig. Einige erinnerten sich an ihre Jugend und hatten einen merkwürdigen Glanz in den Augen....
Dienstagmorgen legte die Fähre dann wieder in Cuxhaven an und die Wege aller trennten sich schon nach wenigen Metern!
Gegen 16.00h waren wir dann wieder in Hannover angekommen, müde und abgespannt, aber dennoch happy diese Tour mitgemacht zu haben.

Schaun' mer mal, was uns das nächste Jahr bringt...

Zur weiteren Info: http://www.hemsbyrocknroll.co.uk

Gruß Jerry


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